Was ist Projektrisikomanagement?
Projektrisikomanagement ist der systematische Prozess der Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Reaktion auf potenzielle Bedrohungen und Chancen, die die Projektziele beeinflussen könnten.
Wie Henning Christiansen in Project Management: The Red Pill argumentiert, decken traditionelle Frameworks nur harte Risiken ab. Es gibt eine zweite Kategorie: die weichen Risiken, die aus menschlicher Natur und politischer Dynamik entstehen.
Bugs, Issues und Risiken: Warum die Unterscheidung wichtig ist
Nicht alle Probleme sind dieselbe Art von Problem. Christiansen macht eine scharfe Unterscheidung zwischen drei Kategorien:
Harte und weiche Risiken: die zwei Dimensionen
Christiansens wichtigster Beitrag zum Risikodenken ist sein Bestehen darauf, dass Problemlösung auf zwei Spuren gleichzeitig operieren muss: harte Problemlösung und weiche Stakeholder-Verwaltung.
Harte Risiken — die technische Dimension
Harte Risiken sind diejenigen, die in Risikoregistern leben: Terminverzögerung, Budgetüberschreitung, technische Abhängigkeiten, Lieferantenausfälle.
Weiche Risiken — die menschliche Dimension
Weiche Risiken sind diejenigen, die die meisten Frameworks kaum erwähnen: politisches Manövrieren, Schuldzuweisungen, versteckte Agenden und bewusste Ausnutzung von Problemen.
"Bugs, Issues und Risiken sind Chancen für Chameleon und Rooster, Monkey Poker zu spielen. Der Projektmanager löst nicht nur technische Probleme. Er muss auch auf weiche Risiken wie politisches Manövrieren und versteckte Agenden achten."
— Henning Christiansen, Project Management: The Red Pill
Wenn Chameleon oder Rooster eine Änderung durchsetzen wollen, eskalieren sie künstlich — schaffen ein falsches Krisengefühl. 'Wir werden den Kunden verlieren.' Die Verteidigung des Projektmanagers: den Anspruch mit Fakten validieren.
Schritt 1 — Risikoidentifikation
Risikoidentifikation ist das Fundament des gesamten Risikomanagementprozesses. Ein nicht identifiziertes Risiko kann nicht gemanagt werden.
Schritt 2 — Risikobewertung: die Wahrscheinlichkeits-/Auswirkungsmatrix
Wenn Risiken identifiziert sind, müssen sie bewertet werden: Wie wahrscheinlich ist es, dass jedes Risiko eintritt, und wie schwerwiegend wäre die Auswirkung? Das Standardwerkzeug ist die Wahrscheinlichkeits-/Auswirkungsmatrix.
Politische und stakeholder-bezogene Risiken sind reale Risiken und sollten auf derselben Matrix bewertet werden. Ein Chameleon in einer Führungsposition ist ein Hochwahrscheinlichkeitsrisiko.
Das Risikoregister: Ihre einzige Quelle der Wahrheit
Ein Risikoregister ist das lebende Dokument, das jedes identifizierte Risiko, seine Bewertung, seinen Eigentümer und die geplante Antwort erfasst. Es wird während des gesamten Projektlebenszyklus aktualisiert.
FMEA und analytische Risikoinstrumente
Für Projekte mit komplexen technischen Komponenten fügen strukturierte analytische Methoden Stringenz hinzu. FMEA (Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse) ist eines der am häufigsten verwendeten.
Weitere nützliche Methoden: Fehlerbaumanalyse, 5 Warum, Ishikawa-Diagramm und DRBFM.
Schritt 3 — Risikoantwordstrategien
Ein Risiko zu identifizieren und zu bewerten, ohne eine Antwort zu planen, ist administratives Theater. Jedes Risiko über dem 'Überwachen'-Schwellenwert benötigt eine explizite, dokumentierte Antwortstrategie.
Heathrow Terminal 5 Eröffnungstag (2008)
Heathrow Terminal 5 ist eines der lehrreichsten Risikomanagement-Fallbeispiele der modernen Projektgeschichte — gerade weil es bei den harten Kennzahlen erfolgreich war und bei den weichen katastrophal scheiterte.
Das Terminal wurde pünktlich und im Budget geliefert. Aber das Projektteam unterschätzte die Komplexität, das Terminal operativ zu machen — insbesondere die Personalbereitschaft und das Integrationstesting des automatisierten Gepäckfördersystems.
- Operative Bereitschaft wurde als Implementierungsaufgabe behandelt, nicht als Risikodomäne
- Personal wurde vor der Eröffnung nicht unter realistischen Lastbedingungen getestet
- Das Gepäcksystem war vor dem Eröffnungstag nie in vollem Maßstab betrieben worden
- Kein hartes Risikoframework kann erfassen, wonach es nicht gefragt wurde zu suchen
Schritt 4 — Laufende Überwachung und Kontrolle
Risikomanagement ist keine Planungsphasenaktivität. Es ist eine kontinuierliche Disziplin, die während des gesamten Projektlebenszyklus läuft.
Christiansens Prioritätsrahmen ist klar: externer Stakeholder-Lärm verursacht mehr Störung als interne Unsicherheit. Die erste Priorität des Projektmanagers ist die Stabilisierung der externen Umgebung.
Frühwarnindikatoren
Für jedes hochpriorisierte Risiko spezifische beobachtbare Indikatoren dokumentieren, die signalisieren, dass das Risiko wahrscheinlicher wird.
Umgang mit weichen Risiken: die politische Dimension
Wenn ein Problem materialisiert, schafft es Bedingungen, die politische Akteure im Projekt sofort ausnutzen werden. Die Antwort des Projektmanagers muss auf zwei Spuren gleichzeitig operieren.
Spur 1: Harte Problemlösung
Identifizieren Sie, welche Teile des Projektmodells betroffen sind. Umfang des Problems bewerten. Status klar kommunizieren.
- Betroffene Modelle und Untermodelle sofort bestimmen
- FMEA, 5 Warum oder Fehlerbaumanalyse zur Ursachenanalyse nutzen
- Lösung klar definieren vor externer Kommunikation
- Team Raum geben, das Problem ohne Stakeholder-Druck zu lösen
Spur 2: Weiche Stakeholder-Verwaltung
Wenn das Problem ohne Auswirkung auf externe Stakeholder gelöst werden kann, intern managen. Wenn nicht, proaktiv kommunizieren.
- Identifizieren, welche Stakeholder ein Interesse an den betroffenen Komponenten haben
- Betroffene Stakeholder proaktiv informieren
- Chameleon- und Rooster-Eskalationen mit Fakten begegnen
- Scope-Freeze während der Problemlösung aufrechterhalten
Risiko und Scope Creep: der Zusammenhang, den die meisten Frameworks h2rpassen
Scope Creep — die schrittweise, unkontrollierte Ausweitung von Projektanforderungen — ist selbst ein Risiko, das sich genau dann intensiviert, wenn Projekte unter Druck stehen.
Strikte Kontrolle über den Projektumfang während der Problemlösungsphasen aufrechterhalten. Neuen Anforderungen widerstehen, bis das aktuelle Problem vollständig gelöst ist.
Risikomanagement in Proglar
Proglars Projektmanagementsystem unterstützt die Zweispurige Risikomanagementdisziplin, die in diesem Artikel beschrieben wird.
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